Story-Pics, zwei Schreiberlinge packen aus

Story-Pic 2014 kleiner Rahmen

Die Schreiberling-Gruppe des Story-Pics freut sich bereits über viele positive Reaktionen von euch. Es sind schon sehr viele Blogbeiträge geschrieben, in denen ihr eure Geschichten veröffentlicht habt. Das finden wir klasse, denn es ist ja keine von uns eingebaute Pflichtübung gewesen. Wir möchten die Storys hier für euch verlinken, damit jeder die des anderen leichter findet (falls nicht schon geschehen). Alle noch erscheinenden Beiträge werden wir gerne ergänzen, aber wie schon gesagt, absolut kein Muss ♥.

Anettes Geschichte

Annes Geschichte

Barbaras Geschichte

Bibis Geschichte

Claudias Geschichte

Daggis Geschichte

Dannys Geschichte

Denises Geschichte

Frau Tonaris Geschichte

Julias Geschichte

Juttas Geschichte

Karins Geschichte

Monis Geschichte (die etwas andere Art zu zeigen )

Nadines Geschichte

Romys Geschichte

Sabines Geschichte (teamworkart)

Sabines Geschichte (Sabienes)

Sabos Geschichte

Sabrinas Geschichte

Theas Geschichte

Trolleiras Geschichte

Winnies Geschichte

Damit habt ihr erst einmal Lesestoff, wir hoffen, es sind alle Artikel dabei und wir haben niemanden vergessen.
Es dauert auch gar nicht mehr lange, bis das E-Book veröffentlicht ist, dann bekommt ihr alle Geschichten an die Hand. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, und bald ist es geschafft. Bleibt neugierig, denn wir haben uns noch die eine oder andere Überraschung für euch ausgedacht..

Ganz wichtig, eure Geschichte wird nur im E-Book erscheinen, wenn ihr uns das Go dafür erteilt. Deshalb bitten wir um Rückmeldung von allen Teilnehmern. Egal, ob als Kommentar, E-Mail oder Facebook Nachricht. In der Veröffentlichung ist euer Blog genannt und verlinkt, deshalb können und werden wir nichts ohne Einwilligung einfließen lassen.
Wer noch eine Blogbeschreibung abgeben möchte, kann das noch bis Samstag tun, dann ist hierfür Annahmeschluss (hihi wie beim Lotto ).

Ihr denkt jetzt vielleicht, dass der Beitrag „Zwei Schreiberlinge packen aus“ heißt, genau, dazu kommen wir jetzt.

Dass wir in der Schreibergruppe einen  Riesenspaß hatten, haben wir schon mehrfach erzählt. Aber wir haben ja nicht nur die Geschichten für euch geschrieben, sondern auch selbst eine erhalten. Diese wollen wir euch nun auch nicht länger vorenthalten und euch vielleicht noch ein bisschen mehr Lust aufs E-Book machen.

Hier kommt die Geschichte für mich (Sunny)

Den letzten Satz habe ich gekappt, denn sonst wüstet ihr, von wem die Geschichte stammt

Gewünschtes Genre: Humor
Gespendete Worte:
Strohhalm, Plattenspieler, Oldtimer, Erker, blau, Notizen, Spinnen, Zahlen, Eskimo, Motivation, federleicht, Ufer, Gedächtnisstütze, Erfrischungsgetränk, Kontrast, Herz, Leiter, Bank, Schwein, Distel, Hamburger, Frontalschaden, Gegenstand, Nachdenken, Entspannung, Omen, Doktor, Sphinx, Verankerung, Sperrgebiet, Freiheit, Perspektive, Tor, Schlafmütze, Denkmalschutz, Verschlusssache, Countdown, unvollständig, überwuchert, Sumpf, Kunst, Blogger, Geschwindigkeitsbegrenzung, Fraktion, Weihnachtsengel, Leguan, Kaffee, Gemütlichkeit, Gier, Cowboy, Dankbarkeit

Always Sunny!
Wer kennt sie nicht, Sunny, mit bürgerlichem Namen Sandra H., die bekannte Autorin, die überall die wichtigsten Preise abräumt, und das zu Recht. Erst kürzlich erhielt sie auf der letzten Buchmesse den goldenen Stick für ihre im Internet entstandene Geschichte „Story-Pics 2014“, in die sie andere Blogger miteinbezogen hatte. Und diese Idee wurde obendrein noch als ideenreichstes Netz-Kommunikations-Konzept mit 1000 € prämiert.
In einem Exklusiv-Interview durfte ich für unsere Rubrik „Dein Star hautnah“ hinter ihre Kulissen schauen.

T: Hallo Sandra, oder lieber Sunny, wie möchtest du angesprochen werden?

S: Nenn mich ruhig Sunny, das hört sich so federleicht an, dann wird das Gespräch auch lockerer. Möchtest du einen Kaffee? Ich brauche den immer, ohne dieses Lebenselixier bin ich nur ein halber Mensch!

T: Ja, danke, da sage ich nicht nein! Also, Sunny, vielen Dank, dass du dir heute Zeit genommen hast! Zunächst Gratulation zum Goldenen Stick und dem Extra-Preis auf der Buchmesse! Würdest du unseren Lesern kurz schildern, wie du auf die Idee dieser Geschichte gekommen bist und wofür du das erhaltene Preisgeld jetzt ausgeben willst?
S: Natürlich, sehr gerne. Es ist ja so, ich schreibe Geschichten, Romane, Kurzgeschichten, Krimis und sowas. Das macht mir unglaublichen Spaß. Ich mach das nur so nebenbei, ich hab ja noch einen richtigen Beruf, sowas im medizinischen Bereich. Man weiß ja nie, irgendwann fällt einem dann mal nichts mehr ein, und dann hat man eben noch seinen richtigen Beruf, um das Geld zu verdienen. Das hätten meine Eltern früher auch gar nicht zugelassen. Also, ein anständiger Beruf musste schon sein. Dafür haben sie heute auch meine uneingeschränkte Dankbarkeit. Und damals wusste ich ja auch noch nicht, dass ich mal Geschichten auf die Menschheit loslassen würde. Ehrlich gesagt, soviel verdient man aber gar nicht an so einem Buch. Vielleicht 10 Cent pro Stück.
T: Na ja, da macht es dann die Masse. Aber du hast jetzt schon 1 Million Bücher verkauft. Also die 100.000 € würde ich jetzt auch gerne mitnehmen.

S: Ja klar, aber das Geld ist immer so schnell weg. Ich weiß manchmal gar nicht wie ich es schaffe es überhaupt auszugeben. Ich bin nämlich so eine Schlafmütze und stehe fast nie vor dem Nachmittag auf. Und ehe ich dann richtig zu mir gekommen bin, haben die meisten Geschäfte schon wieder geschlossen. Aber mit den 1000 € von der Buchmesse werde ich mir einen großen Wunsch erfüllen und mir endlich ein Schwein anschaffen.

T: Ein echtes, lebendes Schwein?

S: Ja, diese Tiere haben mich nie besonders interessiert, ich esse auch nicht so gerne Schweinefleisch. Man sagt ja, dass sie Glück bringen, aber ich habe eher immer Stall und Gestank damit verbunden, also mit Schweinen. Die kleinen, sauberen, rosafarbenen Quickis, äh, sorry, ich meine natürlich Quiekies, also die Ferkel, die sind natürlich süß. Na ja, und die aus Marzipan, die mochte ich auch schon als Kind. Den Wunsch habe ich jedenfalls jetzt schon eine Weile, auch weil die Leute immer wieder zu mir sagen: „Mensch, Sunny, du hast so ein Schwein!“ Und dabei habe ich doch gar keins. Das hat mich echt gewundert, die Fans wissen doch sonst immer alles über einen. Ja, und wenn ich das Schwein dann erst habe, muss ich nicht immer erklären, dass ich keins habe und wieso nicht. Dann kann ich einfach sagen: „Ja, stimmt!“, und das ist dann schon mal viel weniger Stress. Natürlich kommt dann dazu, dass ich mich um das Schwein auch kümmern will, und das wird noch ein kleines Problem, weil unser Haus unter Denkmalschutz steht, da kann man nicht einfach so einen Stall anbauen. Auch nicht wenn man prominent ist, da machen die nämlich keine Ausnahme.

T: Verstehe, sehr interessant! Aber jetzt hast du noch nicht erzählt, wie du auf die Idee mit der Internetgeschichte gekommen bist!

S: Ach ja… Ich kann mir gar nicht mehr so viel merken wie früher, da war das kein Problem. Heute muss ich mir immer Notizen machen, quasi als Gedächtnisstütze. Die Leute benutzen dann immer sofort gerne diesen Ausdruck „Alzheimer“. Ja, ich nenn das Ausdruck, nicht Krankheit. Das ist nämlich Quatsch und damit soll man nicht scherzen. Früher hatten die alten Leute auch irgendwann mal so eine Art Gedächtnisschwund, der eine mehr, der andere weniger, das ist ganz normal. Da gab es aber auch noch die Großfamilie und die Oma lag dann da in der Wohnküche auf dem Sofa und alle hatten sie im Blick, damit sie nichts anstellen konnte. Und in der Küche war immer irgendjemand. Oder sie hatte einen Schlag, das gab es auch. Aber heute das Getue mit diesen Ausdrücken. Alles ist immer Alzheimer, nur weil dieses Wort jetzt jeder kennt. Aber ich bin ja auch noch nicht alt, ich hab einfach viel zu viel im Kopf, das kann sich ein normaler Mensch eben nicht alles merken, und dann vergisst man eben mal was. Und viele Sachen sind ja auch gar nicht so wichtig.
Wie war noch deine Frage? Ach ja, ich weiß es wieder, wie es zu der Geschichte kam. (grinst) Siehst du, nix Alzheimer! Also ein bisschen hatte es allerdings schon mit dem Thema zu tun. Ich hatte grade in wochenlanger Arbeit meinen letzten Krimi zu Ende geschrieben und wollte einfach alles um mich herum vergessen, um mich etwas zu erholen. Da kriegte ich einen Anruf von meinem Verlag, dass sie ganz dringend lustige wöchentliche Kurzgeschichten bräuchten, und das sollte sofort starten. So ein Kontrast. Mein Hirn war so gut wie leer, wie sollte ich jetzt von Mord und Totschlag auf lustig, luftig, trallalla umschalten? Ich hatte auch gar keine Motivation. Und lustige Geschichten konnte ich mir auch noch nie einfach so aus dem Ärmel schütteln. Da muss ich schon gut aufgelegt sein, so wie damals, als ich die Geschichte „Ein Eskimo braucht kein Erfrischungsgetränk“ geschrieben habe. Hast du die gelesen?

T: Nein, leider nicht, hört sich aber lustig an!

S: (lacht) Ja, ist es auch, d.h., die Leute finden sowas lustig, dabei ist es doch eigentlich völlig normal, kann sich nur scheinbar niemand so vorstellen. Hat ja wahrscheinlich hier auch noch niemand einen Eskimo gesehen. Jedenfalls nicht bewusst. Die laufen, wenn überhaupt, hier ja nicht mit ihren dicken Fellanzügen rum, so wie man sie kennt. Deshalb ist es schwer, sie hier auf der Straße zu erkennen. Also, so ein Eskimo braucht natürlich kein Erfrischungsgetränk bei sich da oben in der Kälte, außer er macht eben bei uns hier Urlaub, dann braucht er wohl eins, das ist klar. Hier ist es ihm ja so warm wie uns auf Mallorca. Mal ehrlich, würdest du da jetzt drüber lachen?

T: Öhhh…Nö.

S: Siehste, sag ich doch, wir beiden verstehen uns! Um auf die Internet-Geschichte zurückzukommen: Ich hab mich also erst mal in Ruhe wieder in meine Entspannung vertieft und versucht, an gar nichts zu denken. Das geht immer am allerbesten, wenn ich im Wohnzimmer auf dem Teppich vor dem großen Fenster die Haltung einer Sphinx einnehme, den Blick ganz starr auf das gegenüberliegende Ufer des Sees gerichtet. Und dann einfach versuche nicht mehr zu denken, sozusagen nichts zu denken. Ja, mach das mal und denk mal drüber nach, wie es geht, nichts zu denken. Gar nicht so einfach, aber wenn man das kann ist es sehr hilfreich, denn dann kommen die Ideen hoch. Nicht aus dem Kopf, sondern aus dem Bauch. Deshalb sagt man ja auch: Hör auf deinen Bauch! Interessant, oder? Hast du das gewusst? Am Anfang gibt der Kopf noch keine Ruhe und so war das auch, als der Verlag anrief. Die sitzen ja in Hamburg, und ständig hatte ich dann so Gedanken wie: Hamburg…Sperrgebiet…da gibt es die Große Freiheit…kennt wohl jeder…aber dass es auch die Kleine Freiheit gibt, das wissen nur die Hamburger…Ich mag keine Hamburger, also essen. Ich glaube echte Hamburger, also Menschen, kenn ich gar keine…alle zugezogen aus dem Süden…der fängt gleich hinter Bremen an… usw. Und als es dann endlich still wurde im Kopf, kam mir dann die Idee mit dem Internet. Mit dem Nachdenken, das ist ja so eine Sache. Aber wieso sollte ich eigentlich selbst denken, wenn es so viele Leute gab, die so gerne ihre Gedanken im Internet kundtun. Also hab ich einen kleinen Aufruf gestartet, hab mir einen Anreiz ausgedacht, und schon sprudelten die Begriffe. Woche für Woche lieferten mir die Leute Wörter für meine Geschichten, und ich musste sie nur noch aufschreiben. Manche hatte ich noch nie gehört, so hab ich auch noch nebenbei was dazugelernt. Super Sache, und jetzt noch der Preis dafür!

T: Ja, Ideen muss man haben. Aber die braucht man ja sowieso wenn man Geschichten schreibt. Ohne Fantasie ist man da aufgeschmissen. Wenn man die nicht hat, sollte man vielleicht lieber Maler werden!

S: Meinst du etwa, Maler bräuchten keine Fantasie? Wenn die keine Idee haben was sie malen sollen stehen sie aber auch auf dem Schlauch. Dann sollten sie vielleicht Doktor werden. Das kann jeder, da braucht man wirklich keine Fantasie. Das geht ja alles nach ganz festen Regeln, und danach, was man gelernt hat. Da kannst du als Arzt nicht einfach sagen: „Ohhh, ich hab da grade eine gute Idee! Ich werde ihr Herz mal mit einem Strohhalm abhören, und wenn sich mein Verdacht bestätigt, müssen Sie eine Woche lang 3x täglich durch das blaue Tor am Marktplatz laufen.“ (Hält sich den Bauch vor Lachen) Der ist gut, muss ich mir merken für meine neuen Geschichten!

T: (Lacht jetzt laut mit und klopft sich auf die Oberschenkel) Hahaha…Da kann man dem Patienten nur wünschen, dass das am Herzen keine Verschlusssache ist…

S: Hahaha…Aber Scherz beiseite, ich war mal bei einem Arzt, das war so ein Psycho-Arzt, kein Therapeut, der war schon Arzt, aber selbst ein bisschen verrückt. Sagt man ja auch so über diese Sorte Ärzte. Müssen sie auch sein, sonst können sie ja die Leute mit Psycho-Problemen nicht verstehen. Bei mir ging es da um Spinnen. Ich hatte eine richtige Phobie, das war so schlimm, dass ich nicht mehr schreiben konnte. Ich hab mich da auch lange nicht geoutet, weil mir das so peinlich war. Dann hab ich aber erfahren, dass ganz viele Leute an sowas leiden, und dass das eine richtige Krankheit ist, nicht nur was Eingebildetes. Ich sitze ja immer im Erker, da schreibe ich am liebsten. Da kommt man nämlich nur über eine Leiter hin, und wenn ich niemanden sehen will, zieh ich die einfach hoch und dann hab ich da oben meine Ruhe. Eines Tages sehe ich im Augenwinkel, wie sich da rechts von mir irgendwas bewegt. Ich hab mich erst gar nicht getraut zu gucken, hab es dann aber doch gemacht und sah eine riesige fette Spinne. In meiner Panik hängte ich die Leiter nicht richtig in die Verankerung und sie kippte nach unten hin um. Kreischend sprang ich auf die Bank auf schrie auf die Spinne ein: „Ich zähl jetzt von 10 runter und bei 0 bist du verschwunden!“ Das war der beste Witz überhaupt, heute kann ich drüber lachen. Als ob die Spinne sich für meinen Countdown interessiert hätte! Wahrscheinlich hat sie noch gedacht, die Alte kann nicht vorwärts zählen! Und dabei konnte sie ja genauso wenig runter wie ich, die Leiter war ja schließlich weg. (allgemeines Gelächter).

T: Und wie bist du dann da wieder runtergekommen? Konntest du niemanden anrufen?

S: Nee, ich bin ja noch ein bisschen altmodisch, und das iPhone ist noch kein Körperteil von mir. D.h., es lag unten neben dem Plattenspieler. Da hatte mich eine Freundin angerufen, als ich grade eine Platte aufgelegt hatte und…

T: Entschuldige die Unterbrechung, hast du grade gesagt, dass du einen Plattenspieler hast? Hab ich richtig gehört?

S: Ja, hab ich, wieso? Hast du keinen Plattenspieler mehr? Dann kann man ja auch gleich seine ganze Plattensammlung entsorgen, wenn man sie nicht mehr abspielen kann. Meine allererste Platte war übrigens “Ich will nen Cowboy als Mann!“. Die hüte ich wie meinen Augapfel, wie man so sagt. Also ich steh überhaupt auf so alte Gegenstände, ich hab ja auch noch einen Oldtimer. Der steht allerdings nur noch in der Garage. Fahruntüchtig wegen Frontalschaden. Hatte übrigens was mit einer Spinne während einer Fahrt zum Psycho-Arzt zu tun!

T: Oh, das tut mir leid! Zum Glück ist dir aber scheinbar nichts dabei passiert!

S: Doch, ich bin im Sumpf gelandet. Na ja, da war ich ja eigentlich sowieso schon, das sagt ja auch schon wieder alles! Und wegen der nicht beachteten Geschwindigkeitsbegrenzung haben sie mir richtig in die Tasche gegriffen und den Führerschein war ich los. Sechs Wochen. Meine Tochter, die Arme, die musste mich ständig von A nach B fahren und immer warten bis ich fertig war, z.B. auf Lesungen oder bei Autogrammstunden etc. Und sie kennt meine Geschichten ja in- und auswendig, da ist es dann oft langweilig das immer und immer wieder zu hören. Ich glaube, sie kann alle meine Sachen inzwischen auswendig vortragen. Im Gegensatz zu mir selbst. Ich wundere mich manchmal immer noch, dass ich so geniale Sätze geschrieben habe. Und ich bin froh, dass ich nichts auswendig aufsagen muss, dass ich alles ablesen kann. Auch schon wegen der Vergesslichkeit. Meine Tochter hat da aber so ein Talent, sie kann sich alles sehr schnell merken. Auch Vokabeln und vor allen Dingen auch Zahlen. Das ist sowieso eher ihr Gebiet. Meins überhaupt nicht. Da konnte ich ihr in der Schule auch nie so richtig helfen. Aber bei Aufsätzen natürlich schon. Das war so ähnlich wie früher bei mir. Da hat meine Mutter immer ein Stück an meinem ersten Strickversuch weitergemacht, weil ich so langsam war. Das konnte sie selbst nämlich gar nicht aushalten. Natürlich hat die Handarbeitslehrerin das gemerkt, weil die Reihen so gleichmäßig waren. Dann durfte ich das Strickzeug nicht mehr mit nach Hause nehmen. Das war gemein, das hab ich mir damals gemerkt und daraus gelernt. Ich hab immer alles so formuliert, dass die Lehrer unserer Tochter nicht dachten: „Das hat Nina doch nicht selbst geschrieben!“.

T: So eine Mutter hätte mir auch gefallen. Ich war immer eher schlecht bei Aufsätzen.

S: Ach, es gibt eigentlich gar kein Gut oder Schlecht. Es kommt immer drauf an, ob es dem Lehrer gefällt, ob man seinen Stil getroffen hat, und natürlich auch darauf, ob er dein Kind mag oder nicht. Da hatten wir aber Glück. Beim Schreiben von Büchern ist das schon anders. Da weiß man ja nicht wer das am Ende liest, da gibt es die verschiedensten Fraktionen bei so vielen Lesern. Ich sage immer: Wenn es deine Story schon bis zu einer Buchbesprechung gebracht hat, ist das ein gutes Omen. Da kannst du dann fast sicher sein, dass es sich auch verkauft. Selbst bei schlechter Kritik. Das wollen die Leute dann trotzdem lesen, weil sie es sonst nicht glauben. Das nächste Buch muss dann natürlich wieder richtig gut werden. Die Leser verzeihen einem dann sowas. Die wissen ja auch von sich selbst, dass man mal nicht so gute Phasen hat.

T: Ja, das kenn ich auch. Einmal Fan, immer Fan. Man sollte aber auch offen sein für neue Dinge, und auch mal Autoren lesen die man nicht kennt. Da kann man oft Überraschendes erleben.

S: Ja, das stimmt! Das ist so wie es bei mir mit der Distel war. Nicht grade meine Lieblingsblume, aber als ich sie mal aus einer anderen Perspektive betrachtet habe war sie sehr faszinierend. Sogar aufregender als so eine langweilige Tulpe z.B. Wobei ich Tulpen auch sehr mag und die eigentlich gar nicht langweilig sind. Das war jetzt ein schlechtes Beispiel. Tulpen sind sogar, soweit ich weiß, die einzigen Schnittblumen, die in der Vase noch weiterwachsen. Das ist doch unglaublich. Die sind abgeschnitten und wachsen weiter! Sachen gibt’s. Sowas registriert man normalerweise ja gar nicht, das ist ganz normal. Aber wenn man es einmal gemerkt hat, dann fällt es einem jedes Mal auf wenn man Tulpen in der Vase hat. Toll, aus sowas könnte ich dann gleich wieder eine Geschichte machen: Die Tulpen, die sich in den Blütenkopf gesetzt hatten, den ganzen Tisch zu überwuchern

T: Sehr gut, wirklich sehr gut! Jetzt verstehe ich so langsam wie deine Geschichten entstehen! Holst du dir auch Anregungen bei Kollegen oder Kolleginnen? Also, ich meine, liest du auch Bücher anderer Autoren?

S: Ja klar, ich lese sehr viel. Lieber Frauentexte. Die versteht man irgendwie besser, und Frauen haben einfach einen anderen Humor. Oft sind die Geschichten von Männern für meinen Geschmack so unvollständig. Da juckt es mir immer in den Fingern, die Sachen umzuschreiben oder wenigstens zu ergänzen. Aber wenn man da einmal mit anfängt…Das mach ich dann doch lieber mit Koch- und Backrezepten. Die wandele ich immer so ab, dass sie uns schmecken. Weniger Sahne, etwas mehr Zucker und so. Zum Glück muss hier ja niemand auf seine Linie achten. Das ist übrigens auch so ein Thema. Da haben sich schon so viele Leute dran versucht, aber es scheint immer aktuell zu bleiben. Ist ja auch klar, zeig mir eine Diät die wirklich funktioniert. Ich sag immer, und das ist wirklich ein nützlicher Tipp: FDH, alles andere kannst du vergessen!

T: Ja, „Friss die Hälfte“, das hat meine Mutter auch schon immer gesagt. Scheint aber für die meisten Leute nicht machbar zu sein. Das kriegt kaum jemand hin. Essen ist ja auch was Tolles und irgendwie hat es ja auch mit Gemütlichkeit zu tun. Jedenfalls wenn man sich fürs Essen Zeit nimmt.
S: Schon, aber es kann auch eine Ersatzbefriedigung sein!

T: Klar, das ist übrigens auch ein interessantes Thema! Sunny, unsere Rubrik heißt ja: „Dein Star hautnah“, und das möchte ich jetzt mal ganz wörtlich nehmen. (S. guckt mich etwas verunsichert an). Nein, nein, nicht was du jetzt denkst, ich würde gerne wissen, ob du auch ein Tattoo hast!?

S: Ach so, und ich dachte schon, dass du mich auf meine zwielichtige Vergangenheit ansprechen willst. Ja, die gab es wirklich. Bravo-Aufklärungsberichte hab ich heimlich gelesen und davon geträumt so ein Modell, das hieß damals ja noch Mannequin, zu sein, vielleicht auf einem Kalender oder in so einem Magazin. Hast du schon mal gemerkt, dass in dem Wort „Mannequin“ das Wort „Mann“ steckt? Und weißt du auch warum, und warum man das heute nicht mehr benutzt? Weil man das für den Mann machte, und das passt jetzt nicht mehr in die Zeit. Früher machte sich eine Frau schön um einem Mann zu gefallen und seine Gier zu befriedigen, darüber haben sich ganze Generationen von Frauen definiert und sich dabei vergessen. Heute machen das die Frauen für sich selbst. Und ich sag immer: Dass das richtig ist sieht man daran, dass jetzt auch die Männer mal anfangen, etwas mehr auf ihr Äußeres zu achten. Jedenfalls die jungen Männer. Viele von den alten tragen noch ihre Bäuche zur Schau und sagen, dass das eben so ist im Alter. Bei denen ist Essen auch eine Ersatzbefriedigung. Hatten wir ja vorhin schon drüber gesprochen.

T: Ja, das hab ich mir auch schon mal so gedacht, da könnte was dran sein! Und das Tattoo?

S: Ja, also nein, ich hab keins, aber ich hätte sehr gerne eins, wirklich. Am liebsten sogar zwei. Ja, es müssten auf jeden Fall zwei sein, sonst wäre es unwitzig. Und ich wüsste auch schon genau was und wohin ich es machen würde! Das Problem ist nur, dass ich befürchte, dass so ein Bild später mal ganz faltig und runzelig aussehen würde, deshalb konnte ich mich noch nicht dazu entschließen. Andererseits würde es bei meinem Motiv gar nicht so auffallen. Sagt jedenfalls mein Mann, und da hat er ausnahmsweise mal recht. Das kommt nicht so oft vor, denn wir beiden…

T: Sorry, Sunny, aber unsere Leser wüssten doch jetzt zu gerne mehr über dein Wunsch-Tattoo. Heiß machen und dann ablenken gilt nicht, hahaha…
S: Okay, okay, dann verrate ich dir, dass mein Motiv auf keinen Fall ein Weihnachtsengel sein wird! Schon eher ein Leguan, so ein grüner, weißt du? Die hab ich mal im Urlaub in Florida gesehen, wunderschöne Tiere. Dann hatte ich aber noch eine andere Idee. Ich liebe es ja wenn die Dinge einen Bezug zueinander haben! Es wird also wahrscheinlich ein Mops! Beziehungsweise zwei Möpse. Also nur die Köpfe, und die würden sich gegenüberstehen und sich angucken. Und die Stelle kannst du dir vielleicht denken!

T: Ja, die Möpse kommen natürlich auf die beiden…Wie soll ich sagen, na ja, die umgangssprachlich gleichnamigen…Und das ist dann der Bezug dazu!

S: Das hab ich mir gedacht, das hätten jetzt wohl die meisten vermutet, das wäre aber zu einfach. Nein, nein, es soll zu meiner Geschichte: „Ohne Hintern wär ich sexy!“ passen! Alles klar? Genial, oder? Und dann werde ich eine Fortsetzung davon schreiben! (lacht).

T: Ha ha, ich bin sprachlos… Das passt ja wirklich wie die Faust aufs Auge! Sag mir Bescheid, wenn es soweit ist, dann machen wir auf jeden Fall auch eine Fortsetzung unseres Interviews! Das war ein interessanter und kurzweiliger Nachmittag, ich hab lange nicht mehr so viel gelacht! Vielen Dank, und wir freuen uns auf weitere, heitere Geschichten aus deiner Feder!

S: Ich habe zu danken! Du hast mich auf neue Ideen gebracht. Hach, ich liebe es mich mit Leuten auszutauschen und zu plaudern. Und jetzt auch alles schön so abdrucken wie ich es gesagt habe! Ha ha…

 

ENDE

Jetzt lassen wir aber endlich mal Iris zu Wort kommen .

 

Ja genau, hier bin ich (Iris) Natürlich zeige ich euch auch gerne meine Geschichte. Vorher will ich aber noch loswerden, dass es mir trotz mancher Panikattacke und einiger Schweißausbrüche und Blackouts in Sachen Handlung eine große Ehre war und irre viel Spaß gemacht hat, für einige von euch zu schreiben.

Bei einer Preisverleihung würde ich jetzt vielen Leuten danken, dass sie mir geholfen haben, z.B. meinen Eltern usw. Da ich tatsächlich in meinen dunkelsten Stunden die Hilfe anderer Leute in Anspruch genommen habe, will ich auch tatsächlich Danke sagen. Zuerst betrifft das die anderen Schreiberlinge, von denen man Ideen bekam und v.a. Motivation, sich endlich mal hinzusetzen und anzufangenDann betrifft es meine Tochter, die besonders bei einer Geschichte jede Menge Ideen beigesteuert hat, mir aber auch nach kritischer Lektüre so Dinge entgegenschmetterte wie: „Kannst du auch was Anderes, außer Klischee?“ „Ich dachte, das sollte ein Thriller werden.“ „Ist ja ein sehr plötzliches Ende. Wörter alle, oder was?“ Ja, das Leben als Schreiberling kann sehr hart sein Aber sie hat mir geholfen und war am Ende mehr oder weniger einverstanden mit den Geschichten. Danke 

Eine andere befreundete Person hat sich mal mit der Wortsammlung zu einer Geschichte auf ein stilles Örtchen zurückgezogen und präsentierte mir gar nicht so lange Zeit später eine Handlungsskizze. Die wurde dann im Flur auf eine beschreibbare Pinnwand gezeichnet (wirklich als Zeichnung) und an jeweils passender Stelle mit den Wörtern dekoriert. Auch das hat mir sehr geholfen, obwohl ich diese Methode leider selbständig nicht nachmachen konnte. Leider haben wir versäumt, die Skizze zu fotografieren. Auch an diese Person geht mein Dank

Nun kommt sie also, meine Geschichte, in voller Länge und Schönheit. Sie stellt mich in einer beruflichen Doppelrolle dar, in der ich mich manchmal sogar fühle. Und sie enthält auch nicht nur beruflich gesehen viele realistische Momente aus meinem Leben, Denken und Handeln.

Gewünschtes Genre: Regionalkrimi
Gespendete Worte:
Schlüssel, rot, Geschenk, Puschen, Lupe, Glück, Alarm, Schal, Sicherung, Dose, Ornament, Achtung, gigantisch, zweifelhaft, Zucker, Tasse, Maßband, Vierbeiner, Verpackung, Tritt, Verein, Mixer, Alarm, Geschenkpapier, grün, Treffpunkt, Biergarten, Klinker, Kurbel, verzerrt, Saphir, farbenfroh, Kugel, Zirkus, Umzug, unentschieden, Temperatur, Auftritt, Öltank, Libelle, Pirat

Zucker in der Dose

„Kommen Sie in die Puschen und halten Sie mir das verfluchte Absperrband nach oben. Ich passe mit dem Fahrrad nicht durch“, rief Konrad mit seiner Achtung-alles-hört-auf-mein-Kommando-Stimme in Siris Richtung.
Siri, der in dieser Woche die zweifelhafte Ehre erteilt wurde, mit dem Dino der Kripo zusammenarbeiten zu dürfen, beeilte sich das Band hinauf zu ziehen. ‚Zum Glück nur Urlaubsvertretung‘, dachte sie und wartete geduldig, bis Klinker mit rotem Kopf, flatterndem Schal und dem Drahtesel unter dem Hindernis hindurch kam.
„Was liegt an?“, fragte Konrad Klinker barsch und holte keuchend Luft.
„Sieht so aus, als sei hier jemandem komplett die Sicherung durchgeknallt. Jede Zahl auf der Weltzeituhr ist mit einem fetten blauen Fleck besprüht. Genau in der Mitte, als hätte der Täter zum Besprühen ein Maßband verwendet. Die Schäden sind gigantisch. Dass sich der Ort der Verwüstung im Zentrum eines der meistbesuchten Plätze unserer Stadt befindet, macht die Untersuchung durchaus nicht zum Geschenk. Wir mussten erst einmal für eine etwas entspannte Untersuchungsumgebung sorgen. Die Menschenmenge wich nur murrend zur Seite und wenig sind das rund um den Alex eher nicht.“
Konrad Schmitz sah sie entgeistert an. „Sie rufen mich zu einem Vandalismus-Tatort? Haben Sie eigentlich noch alle Tassen im Schrank? Was soll der Zirkus?“
„Nein, deshalb keinesfalls. Oder anders ausgedrückt; nicht ausschließlich aus diesem Grund.“
„Hmm“, brummte er mit fragendem Blick. „Weshalb dann?“
„Als ich nach dem Alarm eintraf, wusste ich zuerst auch nicht recht, warum ich an die Uhr bestellt wurde. Bis ich um die Ecke ging und die Leiche entdeckte.“
Sie zeigte auf die leblose Gestalt einer Frau, die auf einer Decke lag und eine Kugel mit Ornamenten im Arm umklammert hielt.
„Sie hat keine Papiere, ich gehe davon aus, dass sie auf der Straße lebte. Dass sie für die Schmierereien verantwortlich ist, halte ich für ausgeschlossen. Es finden sich keinerlei Farbspuren an der Kleidung. Jedenfalls sagte der Rechtsmediziner, den Sie nur um einige Minuten verpasst haben, dass er sie auf seinem Tisch sehen möchte. Er entdeckte zunächst weder Anzeichen von Gewalteinwirkungen, die gegen einen natürlichen Tod sprachen, noch ein anderes augenscheinliches Indiz. Dennoch schien ihm die Sache nicht zu gefallen, er stieß sich an ihrem verzerrten Gesicht. Ließ ihm keine Ruhe. Ich habe eine Obduktion genehmigen lassen.“
„So war das also“, stellte Klinker belustigt fest. „Wie darf ich mir das ausmalen? Sie riefen den Staatsanwalt und erzählten ihm, dass unser Leichenfledderer gerne einen genaueren Blick riskieren möchte?“
„Ja, exakt so. Ich war selbst verwundert, dass ich keine weiteren Erklärungen abgegeben musste. Er äußerte keinerlei Einwände. Sagte, er kenne Doktor Jolwas seit Jahren und man könne sich zu hundert Prozent auf sein Urteilsvermögen verlassen.“
Siri zuckte mit den Schultern. „Ach, bevor Sie fragen, in der Dose ist Zucker!“
„Ich nehme an, Sie haben eine Lupe benutzt und den Rest des Inhaltes ans Labor gegeben?“
Sie schüttelte grinsend den Kopf. „Wieso Lupe? Dazu reichen der rechte Zeigefinger und ein Mund! Sah aus wie Zucker und schmeckte so!“
„Ist das eine Handlungsweise Ihrer Biergarten-Clique?“
Siri runzelte nachdenklich die Stirn: „Wie meinen Sie das?“
„Die Dose hätte alles Mögliche enthalten können! Und Sie stecken einfach die Finger hinein und spielen russisch Roulette?“
Die Röte schoss ihr ins Gesicht, als sie merkte, dass er sie bei einer Dummheit ertappt hatte. Doch im Ermittlungsfieber und froh darüber, unbeaufsichtigt agieren zu können, hatte sie instinktiv gehandelt. Sie stellte sich auf weitere Anfeindungen des Vorgesetzten ein und die Alarmbereitschaft wuchs.
Konrad Klinker tat so, als habe die Unterhaltung nie stattgefunden und beließ es bei seinem tadelnden Hinweis.
„Sind die Passantenbefragungen veranlasst?“
„Ja. Leider ist bisher nichts dabei herausgekommen.“
„Heißt?“, fragte ihr Chef ungeduldig.
„Nun, ich weiß jetzt, dass Anwohner sich darüber beschweren, dass dieser Ort zum Treffpunkt für Menschen mit Vierbeinern mutiert und man aufpassen muss, nicht in zurückgelassene Tretmienen zu stolpern. Freilich kann man ein Schäufelchen für Häufelchen in praktischen Verpackungen kaufen, doch das scheint sich noch nicht weit genug herumgesprochen zu haben. Na ja! Einer meinte, er würde bald einen Verein gründen, damit diese Schweinerei ein Ende hat.“
Klinker sah sie fragend an: „Irgendwelche relevanten Informationen zum Fall?“
„Nein, wie ich schon sagte. Nur ein kleiner Lehrgang zur Meinung der Anwohner und Passanten.“
„Prima, dann werde ich mich jetzt wieder auf mein Rad schwingen und über Umwege zum Revier fahren. Es braucht ein wenig mehr frische Luft, um den Untergang dieser Stadt zu verdauen!“
Er grinste sarkastisch. „Im Ernst, Sie können das hier vor Ort abschließen und wir treffen uns nachher im Präsidium. Wenn ich daran denke, dass Sie wahrhaftig aus der Dose gekostet haben, werde ich immer noch grün im Gesicht. Superdämlich, aber auf absonderliche Weise beeindruckend. Sie scheinen mir ein verkannter Pirat zu sein“
Der Wind strich in einer Bö über den Platz, doch Siri bemerkte die sinkende Temperatur nicht. Der lobenden Auftritt ihres Vorgesetzten wärmte sie. Statt des erwarteten Trittes in den Hintern konnte sie sich über anerkennende Worte freuen. Womöglich war die ständige Zusammenarbeit mit dem Urgestein der Kripo der Schlüssel zum Erklimmen der Karriereleiter?
Während sie zu den Kollegen trat, die die Befragung der Passanten soeben beendeten, beschloss sie, ein Gespräch in dieser Richtung anzukurbeln.
»Gab es weitere Aussagen, die uns weiterhelfen könnten?«, fragte Siri und man merkte ihr an, dass sie durch das Lob von Klinker einiges an Selbstsicherheit gewonnen hatte.
Außer dass die Weltzeituhr ab jetzt farbenfroh ist, es den Anwohnern stinkt, weil Hundeexkremente eben übel riechen, ist niemandem etwas Nützliches aufgefallen. Merkwürdig finde ich allerdings«, er hielt einen Moment inne, als wöge er seine Worte genauestens ab, »die Tippelbrüder, wie Obdachlose hier auch genannt werden, sind quasi ein Verein. Obwohl ich weiß, dass sie die Zusammenarbeit mit der Polizei verabscheuen, wie Erdbeeren einen Mixer, dachte ich doch, wenigstens einen Hinweis auf die Identität des Opfers zu bekommen. Im Tausch gegen was Hochprozentiges wird immer einer weich. Hier aber keine Reaktion. Das bedeutet, die Frau gehört nicht zum Kreise der Obdachlosen, oder sie hat sich gerade erst zu ihnen gesellt.«
»Du meinst durch einen Umzug in die Hauptstadt, oder sie ist gar keine Wohnsitzlose?«
»Exakt, und an der Kugel, die bei ihr lag, klebte ein winziger Rest Geschenkpapier. Sich gegenseitig Präsente zu schenken ist in diesem Personenkreis eher ungewöhnlich. Ich denke, der Doc tat gut daran, sie auf seinen Tisch zu fordern. Da stimmt was ganz und gar nicht. Was werden Sie jetzt unternehmen?«
»Doktor Jolwas um eine sehr rasche Obduktion bitten und darauf hoffen, dass er sich in diesem einen Fall geirrt hat und die Dame keinem Mordanschlag zum Opfer fiel.«
»Dann räumen wir hier zunächst mal das Feld. Ich drücke dir die Daumen. Klinker scheint von deiner Arbeit beeindruckt. Vermassele das nicht. Wenn man ihn verärgert, gleicht es einem Tanz auf dem brennenden Öltank. Glaub mir, Siri, ich weiß, wovon ich rede. Ulrich arbeitete über Jahre an seiner Seite, umtriebig und fleißig wie eine Libelle wirbelte er ständig um Klinker herum. Das ist lange gut gegangen.«
»Was ist passiert?«
Siris Kollege trat sekundenlang verlegen von einem Bein auf das andere, bevor er erklärte: »Eigentlich ist das Interna. Gib mir dein Ehrenwort, nichts darüber zu erzählen.«
»Beim wertvollen Saphir meiner Großmutter, ich schwöre, ich werde absolut verschwiegen bleiben!«
»Er hat in den privaten Unterlagen von Klinker herumgeschnüffelt und etwas entdeckt, dass er leider nicht für sich behalten konnte.«
»Und das wäre«, fragte Siri neugierig und sehr ungeduldig.

»Das, meine liebe Lehrerin, werden Sie nie erfahren, wenn Sie einen Aufsatz mit dem Thema „Arbeiten in geschlechtsspezifischen Jobs“ auf 4 Seiten begrenzen! Denken Sie sich eine Aufgabe aus, in der ich die Story fortsetzen kann, solange steht es unentschieden

Iris nahm ihren Lieblingskugelschreiber und setzte einen dicken Smiley unter die Arbeit des Schülers. Ihr wurde bewusst, welche hohe Meinung er von ihr hatte, wenn er sie so fantasievoll und taff in seine Geschichte einbaute. Kam sie wirklich so rüber? Eine große Zufriedenheit überkam sie. Der Buchstabendreher war ihr gleich zu Anfang aufgefallen und sie mochte »ihre« Rolle in dem Stück. Eine Wort- und Zeilenbegrenzung würde sie sich in der nächsten Aufgabenstellung garantiert verkneifen.

ENDE

Mamut-Beitrag beendet, ihr seid entlassen, der klägliche Rest des Tages steht euch zur freien Verfügung . (Komm Iris wir gehen)

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24 Gedanken zu „Story-Pics, zwei Schreiberlinge packen aus

  1. Huch, ich war doch noch t fertig.
    Also von vorne…

    Chapeau!!!

    Für BEIDE Geschichten. Neidvoll bin ich auch noch, ich wünschte ich könnte das auch! Bei mir haperts immer an der Länge. Dann bleibe ich doch lieber bei meinen Gedichtchen :-) )

    Und jetzt gehe ich weiterlesen…

    Liebe Grüße
    Anne

  2. Wunderbar, dass ihr hier einen Story-Sammelpool eingerichtet habt.
    Heute Abend fehlt mir ein wenig die Muße zum Lesen, aber der Beitrag rennt mir ja nicht weg.
    Ich möchte mich an dieser Stelle auch noch mal bei Euch bedanken.
    Für die vielen, netten Kommentare und die Projektbetreuung.
    Seit ich die Rostparade habe, kann ich richtig gut ermessen, wie viel Arbeit in so etwas steckt. Und ich muss keine Geschichten ausdenken und aufschreiben.

    • Ja es läuft dir nichts weg und im Buch kannst du ja immer zugreifen später. Es stimmt, eine Blogparade ist Arbeit, aber mich haben eure rege Teilnahme und die vielen lieben Kommentare immer dafür entlohnt. Nicht zu vergessen, dass wir uns jetzt alle kennen und er Kreis meiner lieb gewonnener Blogger um einiges größer geworden ist https://www.always-sunny.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_rose.gif

  3. Ich sag es Euch gleich, ich fange gar nicht erst an, die Geschichten zu lesen, da werde ich ja süchtig und dann kommt nix nach – da warte ich doch lieber auf das eBook 😀

  4. Liebe Sandra,
    ich habe die für mich geschriebene Story „verschlungen“ und ziehe einfach den Hut vor dem Ideenreichtum und den feinen Einfällen, über die mein mir unbekannter Schreiberling verfügt.
    Aus meinem Wort-Sammelsurium eine zusammenhängende Geschichte zu schreiben, alle Achtung, eine kleine Meisterleistung.

    Mein Blogartikel dazu ist hier zu finden:

    http://www.reflexionblog.de/blog/2015/02/08/storypics-2014-so-steht-es-nun-geschrieben/

    Angenehmen Sonntag und liebe Grüße
    moni

  5. Super, dass auch hier die Geschichten gesammelt werden und über die vielen positiven Rückmeldungen.

    Eure beiden Geschichten sind auch Mega.

    LG Romy

  6. Auch wenn es etwas spät ist, werde ich meine Geschichte auch noch auf meinem Blog veröffentlichen, sofern ich dazu komme.
    Ich habe es noch nicht geschafft, ALLE Geschichten zu lesen, doch ich bin bisher sehr begeistert über die Vielfältigkeit und mitunter auch spannenden Geschichten. Bei so manchem schlummert noch ein Romanautor. 😉

    LG Timm

  7. Wenn du es schaffst wäre es klasse, wenn nicht, ist es eben so. Ja die Geschichten könnten unterschiedlicher nicht sein, deshalb sind wir Schreiberlinge auch mächtig stolz auf das Ergebnis und natürlich darauf, dass wir euren Geschmack getroffen haben https://www.always-sunny.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif.

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