Stadtführung Straßenblick – Ex-Obdachlose erzählen ihre Geschichte

Ich habe schon einige Stadtführung von Frankfurter Stadtevents Führungen und Events der anderen Art mitgemacht und war stets begeistert. Gestern stand zusammen mit Sabienes der Rundgang Straßenblick – Ex-Obdachlose erzählen ihre Geschichte auf dem Programm und diese Führung kann ich euch nur ans Herz legen.

Thomas Adam hat mit Unterbrechungen von 1990 und 2006 mit kurzen Unterbrechungen auf den Straßen von Frankfurt gelebt. Er erzählt, wie es dazu kam, was er erlebte und wie er es letztendlich geschafft hat zurück in die „normale“ Gesellschaft zu kommen. Ohne Beschönigung beschreibt er, was ihn antrieb, wie er sich über Wasser hielt und nach welchem Muster er Menschen aussuchte, die er anschnorrte oder anbettelte. Gespickt mit interessanten Geschichten und Anekdoten aus dem Leben auf der Platte, wird der Besuche an einige Orte Frankfurts geführt, die zu wichtigen Plätzen in seinem Alltag in dieser Zeit gehörten. Alle Fragen der Teilnehmer beantwortete er gerne, ausführlich und in norddeutscher Snack-Manier, denn aufgewachsen ist Thomas Adam in Hamburg. Die Fragen: Gibt man einem Obdachlosen Geld oder lieber etwas zu essen? Was ist mit dieser Zeitung von Obdachlosen? Hast du (er mochte lieber geduzt werden) noch Kontakt zu seiner Familie? wurden wie viele andere Fragen beantwortet und brachten oft weitere interessante Ereignisse aus seinem Leben zur Sprache.

Einer der Plätze, die wir während der Stadtführung besuchten, war der Franziskustreff am Ort der Stille.

Hier, so erzählt Thomas Adam, kann man gegen einen Beitrag von 50 Cent ein tolles Frühstück bekommen, wenn man auf der Straße lebt. Die Bezahlung des Beitrages soll das Gefühl des etwas geschenkt zu bekommen relativieren, so Thomas Adam.

Überhaupt lobt er die Institutionen und Hilfestellen, die es für Obdachlose in Frankfurt gibt. Man müsse sie kennen und für sich nutzen, ein Ausstieg sei schwer und nur mit großer Kraftanstrengung zu schaffen, aber nicht unmöglich. Neben seiner eigenen Geschichte kennt er auch andere Menschen, die heute nicht mehr auf der Straße leben.

Viel mehr möchte ich euch gar nicht von der Führung erzählen, denn ich hoffe, dass sich einige von euch sich entschließen sie auch zu buchen. Übrigens gehen 100 % der Einnahmen an das Team von Straßenblick, einer Organisation, die sich für Obdachlose in Frankfurt  engagiert. Ach ja, eine Reporterin von FFH nahm ebenfalls an der Stadtführung teil. Sobald der Artikel von ihr online ist, werde ich ihn hier nachreichen.

Straßenblick – Ex-Obdachlose erzählen ihre Geschichte war eine sehr interessante Erfahrung und eine Stadtführung der ganz anderen und besonderen Art. Hier gehts direkt zur Buchung und weiteren Infos zu dieser Stadtführung auf Frankfurter Stadtevents.

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Kostenlose E-Book-Ausgabe von Katzensitter am Samstag

 

Cats eyes

Kostenlose E-Book-Ausgabe von Katzensitter am Samstag

Am Samstag wird die E-Book-Version meines neuen Krimis Katzensitter für 24 Stunden bei Amazon.de kostenlos zu erhalten sein. Ich wünsche mir, dass einige von euch die Gelegenheit nutzen, um das Team Rhein-Main kennenzulernen.

Der erster Fall des Teams aus Rüsselsheim sieht zunächst nach einem Selbstmord aus, als sie zu einer weiblichen Leiche gerufen werden. Doch schnell stellt sich heraus, dass dieser Schein trügt und ein perfider Mord dahinter steckt.

Über Ihre Meinung zum Buch, sehr gerne auch als schriftlich festgehaltene Rezension würde ich mich riesig freuen.

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Wenn ihr lieber ein gedrucktes Exemplar vom Katzensitter in den Händen halten möchte, können Sie es über diesen Link zum Preis von 9,90 € bestellen.

Und für all jene, die das Buch gerne bei mir bestellen möchten, wahlweise mit Widmung und/oder Signatur, gelangt über diesen Link zu meiner Kontaktseite (auf meinem Autorenblog). Hier können ihr mir eine E-Mail senden und ich werde euch per Rück-Mail alle Einzelheiten zukommen lassen.

Beachtet  bitte, dass zum Preis des Buches eine Versandgebühr von 1 Euro für eine Büchersendung hinzukommt und der Versand bis zu 10 Tage in Anspruch nehmen kann.

An dieser Stelle noch eine kleine Leseprobe, die Lust auf mehr machen soll.

23. August

Im Hochhaus am Stadteingang, in das Hannah Bindhoffer gerufen wurde, blieb sie zunächst orientierungslos vor den langen Reihen der Klingelknöpfe stehen. Sie versuchte, auf den Namen zu kommen, den der Kollege ihr mitgeteilt hatte. Nach kurzem Grübeln fiel es ihr ein, Reinheimer. Vermutlich ein Suizid, der wie alle Selbstmorde polizeilich bestätigt werden musste, hatte Schneider ihr gemeldet und gelangweilt geklungen. Sie verabscheute es, wenn jemand aus der Dienststelle sich anmaßte, Untersuchungen zu einem Freitod wie lästige Fliegen auf der Marmelade zu betrachten. Hannahs Empathieempfinden war so ausgeprägt, dass sie damit beruflich wie privat oft an Grenzen stieß. So mancher Scherz, gepaart mit Spott der Kollegen, zielte auf diesen Umstand. Doch sie weigerte sich, auch nur einen Schritt von ihrer Einstellung abzuweichen. Die Gefühle anderer Menschen außer Acht zu lassen, fand in ihrer Sichtweise zum Leben keinen Platz.

Die Herkunft einiger Familiennamen erahnte sie mühelos. Hannah stellte erneut fest, dass das alte HL-Hochhaus, wie es noch immer von etlichen Einwohnern der Nachbarstadt Raunheim genannt wurde, ein gutes Beispiel dafür war, wie viele unterschiedliche Nationen im Ort ein Zuhause fanden. Nachdem ihre Augen ein drittes Mal die immense Anzahl von Namen erfolglos überflogen hatten, drückte sie gegen die Eingangstür. Sie schnappte mit einem Klick auf und Hannah trat in den Flur. Auf dem Fußboden vor den Briefkästen lagen Stapel von Reklameblättchen, die ihren Weg in die Kästen nie gefunden hatten. Das ausgeblichene Farbbild und die Daten zu den Erscheinungswochen zeigten ihr, dass hier eine geraume Zeit nicht mehr aufgeräumt worden war.
Einige Postkästen quollen über und erweckten den Anschein, als seien die Besitzer seit Wochen verreist.
„Oder sie liegen tot in ihrer Wohnung und es bleibt einfach unbemerkt“, dachte sie niedergeschlagen. Keine Seltenheit, dass die Polizei von Nachbarn gerufen wurde, die einen unangenehmen Geruch meldeten. Wann sie ihren Mitbewohner das letzte Mal gesehen beziehungsweise gesprochen hatten, konnten sie häufig nicht beantworten.
„Verdammte Anonymisierung“, wisperte sie mit Blick auf die Briefkästen. Endlich fand sie den gesuchten Postkasten und las an den Gruppierungen ab, in welches der elf Stockwerke sie sich begeben musste. „Neunte Etage. Treppensteigen fällt aus, ich nehme den Lift!“

Liebe Grüße, viel Spaß mit dem Katzensitter und schon jetzt ein schönes Wochenende

 

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Iris / … Punkt, Punkt, Punkt #16 – Am Wasser: Berlin-Spandau

Punkt Punkt Punkt2.2Das Thema dieser Woche hat mich wirklich vor die Qual der Wahl gestellt, denn Fotos vom Wasser, die am Wasser aufgenommen wurden, habe ich doch so einige: Meer, Seen, Flüsse, Kanäle, Bäche, Pfützen etc. Das Thema „Am Wasser“ beinhaltet aber für mich auch, dass man mehr als nur Wasser sieht. Insofern musste auf jeden Fall auch ein Ufer oder eine Insel zu sehen sein.20160416_090920

Ich nutze das Thema mal, um euch einen Berliner Bezirk von seiner supergrünen und nassen Seite zu zeigen. Dabei geht es um den westlichsten Bezirk der Stadt, um Spandau. Das liegt größtenteils am Westufer der Havel, die dort schon ein richtig breiter Strom ist. 20160416_091024Hier fließt aber auch die Spree in die Havel und z.B. der Hohenzollernkanal mündet hier. Es gibt am östlichen Havelufer eine Festung, die Zitadelle mit dem Juliusturm. Und sie hat nasse Füße, denn sie steht auf einer Seite natürlich sozusagen im Wasser. IMG_20160416_090955Weiterhin gibt es eine recht große Schleuse, die Ober- und Unterhavel trennt. Leider habe ich von ihr kein Foto. Am Ufer gibt es jede Menge Grün, Erlen und Trauerweiden und jede Menge Weitblick, in diesem Fall Richtung Osten, wo dann irgendwann mal der Rest von Berlin kommt.

IMG_20160416_091054Industrie gibt es natürlich auch. Spandau hat mehrere Häfen. Dieses ist der „Altstadthafen“. Mitten in der Havel liegt die Insel Eiswerder, zu der die Brücke im Hintergrund führt. 20160416_091835Am anderen Ende der Insel gibt es eine weitere Brücke zum Ostufer der Havel, das an dieser Stelle auch noch zu Spandau gehört.

IMG_20160416_092524Der Angler wurde von der Brücke aus vor der Kulisse von Eiswerder geknipst.

Da, wo es in Spandau nicht ganz so nass ist, gibt es eine hübsche Altstadt mit dicker Kirche und Rathaus und einem urigen Weihnachtsmarkt im Advent. Es soll noch heute Berliner geben, die in diesem Bezirk noch nie waren, und alteingesessene Spandauer legen viel Wert darauf, aus „Spandau bei Berlin“ zu kommen und nicht etwa aus Berlin. Erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde Spandau mit der UBahn erreichbar. Seitdem gibt es die U7, die von Rathaus Spandau durch die City West, durch Neukölln bis hinunter an den südlichen Stadtrand, nach Rudow, fährt. Die Fahrt dauert 57 Minuten! Für mich ist der Bezirk eines von vielen Berliner Beispielen für Idylle in der Millionenstadt.

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